Altersphasen

Die Lebensphase Alter ist schon längst nicht mehr gleichzusetzen mit dem Rest des Lebens. Viele Ältere haben nach dem Ende der Berufszeit noch zahlreiche gute Jahre ohne große körperliche Einschränkungen vor sich. Zwischen den „jungen Alten“ und den „Hochbetagten“ können Jahrzehnte liegen. Ein neuer Lebensabschnitt – das sogenannte dritte Lebensalter – ist dazugekommen; und er bietet viele Möglichkeiten und Chancen.

Das 3. Lebensalter – „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an…“

Die nachberufliche Zeit ist ein Lebensabschnitt, der geprägt ist von Aufbruch, Neuorientierung und Gestaltungsmöglichkeiten. Die „jungen Alten“ sind aktiv und nutzen vielfältige Engagementmöglichkeiten in Familie und Gesellschaft. Nicht wenige sprechen von der schönsten Zeit ihres Lebens. Sie genießen die neu gewonnenen Freiräume. Es ist die „Endlich-Zeit“: Endlich kann man das machen, was man schon lange aufgeschoben haben, endlich hat man Zeit, endlich… Die „Endlich-Zeit“ ist auch davon geprägt, sich mit den Fragen des Älterwerdens auseinanderzusetzen: das bisherige Leben bedenken, wertschätzen und daraus Ressourcen aufspüren, die im Alter hilfreich sein können. Die eigene Endlichkeit lässt sich nicht mehr so leicht wie früher zur Seite schieben.

Das 4. Lebensalter – das Alter kommt näher

Man beginnt zu spüren, dass einen das Alter nun doch langsam einholt. Kräfte lassen nach, deutliche gesundheitliche Einschränkungen treten auf, der Lebensradius wird enger. Man braucht Zeit zur Bewältigung des Alltags mit all seinen Verrichtungen. Es ist die „Solange-noch-Zeit“: Solange ich das noch kann. Man erkennt und erfährt deutlich, dass das Leben Grenzen hat. Man lebt selbständig, aber mit reduzierten Möglichkeiten. Vielleicht ist es jetzt dran, die Wohnsituation zu verändern. Verlust wird zum Thema und hat Einfluss auf die Lebensumstände. Versöhnung und Dankbarkeit werden wichtig.

Das 5. Lebensalter - der Umgang mit dem Altsein

Menschen im 5. Lebensalter sind angewiesen auf Unterstützung, Betreuung oder Pflege. Mit steigendem Alter nimmt das Risiko zu, an Demenz zu erkranken. Mit der Pflegebedürftigkeit verringern sich die eigenen Aktivitäten und doch bleibt der Wunsch nach Selbständigkeit – wenigstens im Kleinen - und das Bedürfnis nach Teilhabe bestehen. Die Freude an kleinen Dingen ist zu pflegen. Vieles geht nicht mehr – es ist die „Nicht-mehr-Zeit“. Loslassen ist ein Übungsfeld. Das nahe Lebensende ist zu akzeptieren.

Das Alter hat viele Facetten

Die verschiedenen Lebensphasen des Älterwerdens führen deutlich vor Augen, wie wichtig es ist, zu differenzieren. Das Alter hat viele, sehr viele Facetten, Lebensabschnitte und Lebensalter.


„Ältere sind jünger als Alte. Alte werden älter. Und die, die älter sind als die Alten, die Hochaltrigen, die werden auch noch älter.“ – Franz Müntefering


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► Wir in der Fachstelle Alter werden nicht müde, immer wieder die unterschiedlichen Facetten und vielen Nuancen des Alters herauszuarbeiten und die verschiedenen Gesichter des Alters zu zeigen.