Kirchliche Arbeit mit Älteren

Den Kirchen – und speziell auch der Nordkirche – ist der Erfahrungsschatz der Älteren sehr wichtig. Das kirchliche Leben war und ist ohne sie nicht denkbar. Auch zukünftig werden Ältere ein großes Entwicklungspotential für Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Dienste & Werke in der Nordkirche sein.

Der „Klassiker“ ist in die Jahre gekommen

Das Konzept des traditionellen Seniorenkreises oder Seniorennachmittags stammt aus Zeiten, in denen das Fernsehprogramm noch schwarz-weiß gesendet wurde. Heute wird dieser „Klassiker“ des kirchlichen Angebotes vorwiegend von der Generation 80 plus wahrgenommen. Man schmunzelt immer wieder, wenn man von Menschen, die weit über 80 Jahre alt sind, hört: „Für den Seniorenkreis bin ich noch zu jung. Da sind ja nur alte Menschen.“ Das Format hat noch immer seine Berechtigung und ist, trotz mancherorts kleiner werdender Gruppen, nach wie vor ein wichtiges und unverzichtbares Angebot. Aber es ist auch nur eins unter vielen, eins für vorwiegend hochbetagte Menschen. Die Generation 60 plus fühlt sich erfahrungsgemäß nicht mehr oder noch nicht von dem Angebot des Seniorenkreises angesprochen.

Ein bunter Fächer kirchlicher Angebote für Ältere

Eine innovative und zukunftsfähige kirchliche Arbeit mit Älteren schöpft aus einer Vielzahl von Angeboten und Konzeptionen. „Das eine“ Angebotsformat gibt es nicht mehr. Die Palette ist so bunt wie die Älteren vielfältig sind. In den vergangenen Jahren sind vielerorts Projekte, Veranstaltungsformen und Engagementfelder entstanden, die diesen sehr verschiedenen Bedürfnissen und Lebenslagen der Generation 60 plus gerecht werden. Es gibt zahlreiche Beispiele gelungener Praxis. Sie knüpfen an den Lebensthemen und biografischen Bezugspunkten der Menschen an. Sie ermöglichen, dass Gruppen sich selbstorganisiert zusammenfinden können. Sie fördern Nachbarschaft und wirken in den Sozialraum hinein. Generationen begegnen sich. Sie stellen sich auf die Zeitbedürfnisse der Älteren ein: lieber gelegentlich statt wöchentlich. Von Lebenserfahrungen älterer Menschen können wir lernen, von dem, was sie geprägt hat, können sie erzählen. Menschen in der nachberuflichen Zeit wollen für sich, mit anderen und für andere etwas gestalten und tun.
 

Ein Fächer bestehend aus vielen unterschiedlichen Blättern, mit seiner Vielzahl an Farben so bunt wie das Leben selbst – so gestaltet sich die Arbeit mit Älteren.

© Rolf van Melis


Fit für die Zukunft

All diese neuen Ansätze und Projekte sind nun mit Blick auf die starke Generation der Babyboomer, die kommen wird, zu verstetigen und auszuweiten. Das fordert Kirchengemeinden und Kirchenkreise, Haupt- und Ehrenamtliche gleichermaßen heraus, Neues zu entwickeln und andere Wege zu beschreiten. Jeweils vor Ort ist zu entscheiden, welches Angebot im Einzelfall passend und möglich ist. Die Arbeit mit Älteren ist aber auch ein Querschnittsthema, das mit vielen anderen Bereichen, Themen, Gruppen, Menschen, Anbietern und Organisationen zu verknüpfen ist. Nur zusammen und miteinander können wir den Wandel gestalten.

Die Fortführung und Weiterentwicklung dieses differenzierten Arbeitsfeldes, aber auch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen und die Zusammenarbeit mit anderen Kooperationspartnern muss fachlich fundiert und hauptamtlich begleitet werden. Hierfür braucht es zeitliche Ressourcen von Hauptamtlichen auf allen Ebenen der Kirche, aber auch finanzielle Mittel.
 

► Wir in der Fachstelle Alter stärken das breite Spektrum der kirchlichen Arbeit mit und für Ältere/n. Wir orientieren uns am Konzept des lebenslangen und lebensbegleitenden Lernens und beziehen den Sozialraum mit ein.

 

Ein bunter Fächer:

Kirchliche Arbeit mit und für Ältere …

  • macht Angebote für Menschen im 3., 4. und 5. Lebensalter,
  • reagiert mit unterschiedlichen Beteiligungsmöglichkeiten auf die Vielfalt älterer Menschen,
  • schafft sinnvolle Betätigungsfelder für Menschen in der nachberuflichen Lebensphase,
  • rückt die Potentiale und Chancen des Alters ins Blickfeld, ohne die möglichen Einschränkungen zu verschweigen,
  • bietet Räume, in denen Menschen sich mit Sinn- und Glaubensfragen des Älterwerdens und Alters auseinandersetzen können,
  • schafft Begegnungsmöglichkeiten,
  • ist sozialdiakonisch, lebensraum- und gemeinwesenorientiert ausgerichtet,
  • arbeitet generationenvernetzend,
  • ist Bildungs- und Kulturarbeit,
  • wird jeweils vor Ort konzeptionell entwickelt und bedarfsorientiert gestaltet.